Jedes Geschäft ist mit einem Risiko verbunden. Selbständigkeit bedeutet, sich aus dem Mantel des Angestelltenlebens befreien. Es bedeutet aber auch, Risiko zu übernehmen.
Viele Arbeitnehmer wagen den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit. Viele ehemals Selbständige versuchen ebenfalls einen neuen Start. Beide Gruppen brauchen jeweils eine eigene und eine intensive Beratung.
Neben einer guten Idee gehören eben auch viele andere Dinge zu einem erfolgreichen Neuanfang dazu. Die Gruppe der erfolgreichsten Starte sind übrigens die Handwerksmeister. An dieser Ausbildung sollte man sich orientieren. In der Handwerkerausbildung paaren sich Fachwissen, Betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit Menschenführungsqualitäten. Man verachte den Meister nicht!
Neuanfang aus der Arbeitslosigkeit
Die Idee von Hartz war einmal, fördern und fordern. Eine Idee in diesem Zusammenhang war, Arbeitskräfte sollten in einer Ich-AG als kleine Gewerbetreibende arbeiten. Das Arbeitsamt sollte einiges zuzahlen, damit der Arbeitslose wieder auf die Beine kommt. Die Idee ist in Massen gut, die Zuschüsse von der ARGE sind auch nicht Null aber die Zuschüsse haben ihre Tücken. Sie sinken mit der Zeit und decken zum Schluss kaum die Krankenkassenkosten.
Gleichzeitig werden die Ansprüche an die Existenzgründer immer höher. So müssen Steuererklärungen gemacht werden, die Buchhaltung muss anständig sein. Ich-AGs gelten auch nur wenn man im Prinzip als Einzelkämpfer arbeitet. Wichtiger aber als die Zuschüsse vom Arbeitsamt ist es, Wissen zu sammeln. Es ist egal, ob man Meister ist oder nicht. Im wesentlichen sollte der Gründer das Wissen eines Meisters haben sonst sind die Erfolgsaussichten gering. An vielen Stellen wurden Arbeitslose von Bahn oder Post in die Selbständigkeit gelockt. Es entstanden kleine Agenturen, die hatten aber im Prinzip kaum eine Überlebenschance. Direkt nach dem Ablauf der Förderungen schlossen diese Agenturen wieder. Die Lage der Arbeitslosen kann dann schlimmer als vordem Experiment sein. Eventuell finden sich die Leute dann bei Hartz IV wieder - zu dem mit einem anständigen Paket an Schulden.
Liquide Mittel sind übrigens ein wunder Punkt bei einem Neuanfang. Man braucht am Anfang Geld für die wesentlichen Startmittel. Werbung muss geschaltet werden, ein Büro angemietet und Büromaterial bezahlt werden. Man braucht also die Zusage der Bank über einen Überziehungskredit. Das ist der schwierigste Punkt bei der Gründung. Banken geben nämlich Neugründern ungern Geld, das Risiko ist ja hoch. Man sollte sich hier auch noch europäischen Sondermitteln erkundigen. Hier werden geringere Sicherheiten verlangt und auch die Zinsen sind gering. Man sollte als Jumpstarter immer bedenken, es ist einfacher vorher Geld zu bekommen als wenn das Dach brennt und man unbedingt Geld braucht.
Neuanfang nach einer gescheiterten Existenz
Nach einer Insolvenz kann man trotzdem noch einmal durchstarten. Man hat den Vorteil, aus gehabten Fehlern lernen zu können. Allerdings ist die Geldversorgung in diesem Falle noch schwieriger als aus der Arbeitslosigkeit heraus. Die Banken scheuen das Risiko und die öffentlichen Mittel sind schon oft ausgeschöpft.
Wenn man eine verschleppte Insolvenz hinter sich hat, kann es auch rechtlich schwierig sein, einen Neuanfang hinzubekommen
Business Angel
Sind für beide Zielgruppen wichtig. Wissen ist wichtiger als Geld, Business Angels erkennen Risiken und Fallstricke. Sie können der Faktor sein, der Erfolg und Misserfolg voneinander scheidet. Business Angels finden sich oft bei der IHK. Es sind alte Hasen die jungen Rammlern den Weg ins Feld zeigen wollen. Ohne Gebühren und ohne Hintertüren.





